Ausbau der Stromnetze kommt nicht voran
Der Ausbau der Stromnetze in Deutschland, eine wenn nicht die wichtigste Voraussetzung für das Gelingend er Energiewende, kommt nicht voran. Von den im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) für vordringlich erklärten Stromleitungen mit einer Länge von 1.834 Kilometer Länge wurden bislang gerade einmal 214 Kilometer realisiert. Das geht aus dem Jahresbericht 2011 der Bundesnetzagentur hervor, der heute vorgestellt wurde.
„Von diesen 214 km wurden allerdings bisher weniger als 100 km auch tatsächlich in Betrieb genommen. Die Leitungen sind vielfach Teil von längeren Vorhaben, die über Grenzen zwischen Bundesländern hinweg gehen und erst dann Strom transportieren können, wenn auch die davor oder dahinter liegenden Abschnitte errichtet sind. Zu den restlichen Vorhaben ist festzuhalten, dass die Fahrpläne teilweise erneut um ein oder gar zwei Jahre nach hinten korrigiert werden mussten", erläuterte Jochen Homann, seit März 2012 Präsident der Bundesnetzagentur, den aktuellen Genehmigungs- und Realisierungsstand der EnLAG-Projekte.
Für die Energiewende sei dies eine Besorgnis erregende Nachricht. Alle Beteiligten - Netzbetreiber und Planungsbehörden der Länder - sollten deshalb die Anstrengungen erhöhen und weitere Verzögerungen vermeiden, so Homann weiter.
Ab sofort kann auf der Internetseite der Bundesnetzagentur der aktuelle Stand beim Ausbau der Stromnetze abgerufen werden. Alle Leitungsprojekte, die der Gesetzgeber im EnLAG für vordringlich erklärt hat, sind in ihrem jeweiligen Projektzustand in Karten und Tabellen dargestellt. Die regelmäßige Aktualisierung dieser Informationen ermöglicht es, Fortschritte und Rückschläge zu verfolgen.