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Direktvermarktung von Windstrom noch weit weg

04.03.2007 von
Nach einem Bericht des Europressedienstes Bonn (EuPD) überlegen Windkrafterzeuger verstärkt, in eine Direktvermarktung einzusteigen. Welche Chancen und Risiken sie birgt, wurde auf der Fachveranstaltung "Einbindung der Windenergie in den Strommarkt" in Hannover erörtert.

Mit einer installierten Leistung von über 20.000 Megawatt (MW) stellt die Windkraft mittlerweile ein Siebtel der insgesamt in Deutschland vorhandenen Kraftwerkskapazität zur Stromgewinnung. Die Deutschen Energie Agentur (dena) prognostiziert, bis zum Jahr 2020 könne die installierte Leistung auf 48.000 Megawatt steigen.

Als Voraussetzung für ein Direktmarketing von Windstrom gelten exakte Prognosen, eine hohe Anlagenverfügbarkeit sowie die optimale Zusammenstellung der Anlagen (Pooling). Sie sollen für mehr Planungssicherheit für die Netzbetreiber sorgen, welche beklagen, dass mit zunehmender Einspeisung von Windenergie in die Stromnetze die Unsicherheit bei der Netzplanung und Kalkulation der Strompreise für die Netzbetreiber steigt.

Wissenschaftler des Unternehmens energy & meteo systems erhoffen sich eine höhere Prognosegenauigkeit dadurch, dass sie mehrere Modelle führender Wetterdienste rund um den Globus in einer regelbasierten Kombination zusammenführen. In einem Projekt in Zusammenarbeit mit der RWE Transportnetz Strom GmbH konnten Vorhersagefehler für den kommenden Tag schon auf unter fünf Prozent gesenkt werden, freute sich Ulrich Focken, geschäftsführender Gesellschafter von energy & meteo systems.

Über das so genannte Pooling sollen die Risiken weiter minimiert werden. Hier wird eine größere Zahl von Erzeugern in einem virtuellen Kraftwerk gebündelt. Das erzeuge einerseits Synergieeffekte in der Vermarktung und andererseits einen Ausgleich von Prognosefehlern, so Focken weiter. Die Planungssicherheit bezüglich der Verfügbarkeit der Anlagen wird über die Auskünfte der Anlagenbetreiber erreicht, welche zum Teil schon jetzt über Internetportale Kapazitäten und Auslastung veröffentlicht werden.

Doch auch für die Windkrafterzeuger stellt sich die Frage, wie sinnvoll für sie Direktvermarktung zum jetzigen Zeitpunkt ist. Planungssicherheit, wie sie das EEG biete, kann die Direktvermarktung noch nicht garantieren, erklärte Uwe Leonhardt, Vorstandsvorsitzender der Umwelt Management AG. Er befürchtet, dass Neuprojekte dann nicht mehr finanziert werden können.

Bei Strompreisen zwischen 20 und 30 Euro pro Megawattstunde, wie sie an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig erzielt werden, hätten viele Windparkbetreiber kein akutes Interesse an Direktvermarktung, denn ihre Gestehungskosten betragen derzeit mindestens das Doppelte, ergänzt der EuPD. Daher sind – auf deutscher wie auch europäischer Ebene – neue Modelle erforderlich, wie Erneuerbare Energien besser in den Markt eingebunden werden können.

Die Bundesnetzagentur konnte noch keine eindeutige Aussage darüber treffen, ob die Zuständigkeit für die Direktvermarktung in die Hände des Bundesumweltministeriums oder in die eigene Zuständigkeit fällt. Diese noch offene Frage zeigt abermals, wie weit Deutschland noch von der praktischen Umsetzung der in Hannover diskutierten Ansätze entfernt ist.

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