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EnBW-Chef sieht "reifen" Strommarkt
Der Vorstandsvorsitzende der Energie Baden-Wüttemberg AG (EnBW AG), Utz Claassen, hat sich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gegen die Vorwürfe verwehrt, die großen Stromkonzerne seien für überhöhte Strompreise verantwortlich. Er sprach von "abenteuerlichen Unterstellungen" und gab "dem Staat" die Schuld an den hohen Energiepreisen.
Erstens sei EnBW an der Leipziger Strombörse vor allem Käufer. "Wenn die Vorwürfe auch nur ansatzweise berechtigt wären, wovon ich ganz eindeutig nicht ausgehe, wären wir Leidtragender", sagte er der FAZ. Zweitens sei es "vollkommen jenseits meiner Vorstellungskraft, dass es ein Energieversorger ernsthaft versuchen würde". Die anhaltend hohen Gewinne in seiner Branche begründete er mit Effizienzsteigerungen der Konzerne.
Dabei sparte Claassen nicht mit starken Worten. Vielmehr habe "der Staat die Strompreiserhöhungen bei den Privatkunden zu 100 Prozent verursacht" und die Politiker, "die uns als Preistreiber anprangern, sind selbst die Verursacher und Profiteure", schimpfte er. Von 1998, dem Jahr der Liberalisierung, bis 2006 seien die Netto-Strompreise für Privatkunden im bundesweiten Durchschnitt um rund acht Prozent zurückgegangen.
Eine übermäßige Marktmacht der vier großen Stromkonzerne sehe er nicht. "In nahezu allen reifen Märkten finden wir wenige Anbieter, die oft scharf konkurrieren", erklärte er indirekt den deutschen Strommarkt für fertig ausgebildet und liberalisiert.
Dass es noch Probleme mit dem diskriminierungsfreien Zugang zum Leitungsnetz gibt, räumte Claassen ein. Er messe der Anreizregulierung, wie sie 2008 umgesetzt werden soll, hohe Bedeutung bei. Auch habe die Bundesnetzagentur "schon viel erreicht, um den Zugang zu den Netzen zu erleichtern". Einen erzwungenen Verkauf der Stromnetze lehnte er jedoch ab. EnBW investiere schon jetzt mehr in seine Netze, als es das Gesetz vorschreibe.
In der Klimadebatte plädiert auch Claassen für eine längere Laufzeit für Atomkraftwerke, als sie das Gesetz über den Atomausstieg vorsieht. Prinzipiell sei er für den Atomausstieg, nur: "Wir brauchen eine Verlängerung der Restlaufzeiten der Kernkraftwerke um acht bis zehn Jahre. Wir gewönnen Zeit und Geld, um den Übergang in eine regenerative Energieversorgung technologisch und finanziell zu meistern", erklärte er.
Dass EnBW stattdessen in Kohlekraftwerke investiert, bezeichnete Claassen als Folge der politischen Entscheidung, aus der Kernkraft "vorzeitig" auszusteigen. "Was bleibt mir anderes übrig, wenn ich die Versorgung mit Strom sichern will?" Die Grundlast werde auch weiterhin von konventionellen Kohle- und Kernkraftwerken getragen werden müssen, behauptete er.
Erstens sei EnBW an der Leipziger Strombörse vor allem Käufer. "Wenn die Vorwürfe auch nur ansatzweise berechtigt wären, wovon ich ganz eindeutig nicht ausgehe, wären wir Leidtragender", sagte er der FAZ. Zweitens sei es "vollkommen jenseits meiner Vorstellungskraft, dass es ein Energieversorger ernsthaft versuchen würde". Die anhaltend hohen Gewinne in seiner Branche begründete er mit Effizienzsteigerungen der Konzerne.
Dabei sparte Claassen nicht mit starken Worten. Vielmehr habe "der Staat die Strompreiserhöhungen bei den Privatkunden zu 100 Prozent verursacht" und die Politiker, "die uns als Preistreiber anprangern, sind selbst die Verursacher und Profiteure", schimpfte er. Von 1998, dem Jahr der Liberalisierung, bis 2006 seien die Netto-Strompreise für Privatkunden im bundesweiten Durchschnitt um rund acht Prozent zurückgegangen.
Eine übermäßige Marktmacht der vier großen Stromkonzerne sehe er nicht. "In nahezu allen reifen Märkten finden wir wenige Anbieter, die oft scharf konkurrieren", erklärte er indirekt den deutschen Strommarkt für fertig ausgebildet und liberalisiert.
Dass es noch Probleme mit dem diskriminierungsfreien Zugang zum Leitungsnetz gibt, räumte Claassen ein. Er messe der Anreizregulierung, wie sie 2008 umgesetzt werden soll, hohe Bedeutung bei. Auch habe die Bundesnetzagentur "schon viel erreicht, um den Zugang zu den Netzen zu erleichtern". Einen erzwungenen Verkauf der Stromnetze lehnte er jedoch ab. EnBW investiere schon jetzt mehr in seine Netze, als es das Gesetz vorschreibe.
In der Klimadebatte plädiert auch Claassen für eine längere Laufzeit für Atomkraftwerke, als sie das Gesetz über den Atomausstieg vorsieht. Prinzipiell sei er für den Atomausstieg, nur: "Wir brauchen eine Verlängerung der Restlaufzeiten der Kernkraftwerke um acht bis zehn Jahre. Wir gewönnen Zeit und Geld, um den Übergang in eine regenerative Energieversorgung technologisch und finanziell zu meistern", erklärte er.
Dass EnBW stattdessen in Kohlekraftwerke investiert, bezeichnete Claassen als Folge der politischen Entscheidung, aus der Kernkraft "vorzeitig" auszusteigen. "Was bleibt mir anderes übrig, wenn ich die Versorgung mit Strom sichern will?" Die Grundlast werde auch weiterhin von konventionellen Kohle- und Kernkraftwerken getragen werden müssen, behauptete er.