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DIW: Energie- und Klimapolitik der EU zu wenig ambitioniert

06.03.2014 von

DIW kritisiert Energie- und Klimapolitik der EU

Der neue Rahmen-Entwurf, mit dem die Kommission der Europäischen Union die politischen Leitlinien für die Jahre 2020 bis 2030 festlegt, sei insgesamt zu wenig ambitioniert, in einigen Teilen zu unkonkret und beruhe in anderen auf unrealistischen Annahmen, so das Fazit einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der DIW-Energie- und Klimaexperten Claudia Kemfert, Christian von Hirschhausen und Casimir Lorenz.

„Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Rahmen bis 2030 besteht im Kern aus dem Ziel einer 40-prozentigen Reduktion von Treibhausgas-emissionen gegenüber dem Niveau des Jahres 1990 und dem Ziel, europaweit einen Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 27 Prozent des Brutto-Endenergieverbrauchs zu erreichen. Ein konkretes Ziel zur Steigerung der Energieeffizienz ist nicht vorgesehen“, fassen die Forscher zusammen.

Zudem fehle eine verbindliche Aufteilung auf einzelne Mitgliedsstaaten. Die Forscher bezweifeln, dass diese Schritte ausreichen, um die langfristigen Ziele der Kommission zu erreichen, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 85 Prozent unter die Werte des Jahres 1990 zu senken.

Die Bundesregierung solle sich deswegen weiterhin engagierter für die Verminderung von Treibhausgasemissionen, eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz einsetzen.

„Die Energiewende ist eine deutsche Entscheidung, die in Deutschland umgesetzt und weiter fortgeführt wird. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn man in Europa gleichzeitig auch ehrgeizige, konkrete und für die Mitgliedsstaaten verbindliche Ausbauziele für erneuerbare Energien hätte“, so das Urteil der Wissenschaftler.