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Greenpeace Energy: EEG-Reform bremst Bürgerenergie aus

08.05.2014 von

Greenpeace Energy: EEG-Reform bremst Bürgerenergie aus

Entscheidende Teile der Reform, über die der Deutsche Bundestag heute in erster Lesung berät, führen nach Einschätzung des Ökostromanbieters Greenpeace Energy künftig zu massiven Wettbewerbsnachteilen für private Investoren, lokale Bürgerenergie-Projekte und Energiegenossenschaften.


So plant die Bundes-regierung in ihrer EEG-Novelle eine Ausschreibungspflicht für neu zu bauende Windparks und Photovoltaikanlagen, was auf Anbieterseite zu hohen Kosten führe. „Finanzstarke Anbieter und große Konzerne haben hier ganz klar die Nase vorn, während Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmen oder Bürgerenergiegenossenschaften meist unterlegen sind", kritisiert Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy.

Benachteiligt werden Bürgerenergie-Akteure auch durch die sogenannte „verpflichtende Direktvermarktung": Danach müssen Betreiber neuer Windkraft- oder Solaranlagen ihren Strom künftig selbst oder über kostenpflichtige Dienstleister an der Strombörse verkaufen. Dafür erhalten sie zwar neben dem aktuellen Börsenpreis eine so genannte Marktprämie, die die Differenz zur wegfallenden EEG-Vergütung ausgleicht.

Boten die bisherigen festen Einspeise-Vergütungen bislang eine hohe Investitionssicherheit, so steigt nach Einschätzung von Greenpeace Energy durch die verpflichtende Direktvermarktung das finanzielle Risiko für die Anlagenbetreiber. Sie müssen Unsicherheiten in der Vermarktung durch Risikoaufschläge ausgleichen, was ihre Kosten weiter in die Höhe treibt. Zudem dürfte sich die Vermarktungsmacht für Ökostrom langfristig bei wenigen Unternehmen konzentrieren.