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Japan seit einem Jahr ohne Atomstrom

16.09.2014 von

Arbeiten im havarierten Atomkraftwerk Fukushima

Japan verzichtet bereits seit einem Jahr auf Atomstrom. Vor genau einem Jahr, am 15. September 2013, ging der letzte japanische Reaktor Ohi 4 vom Netz, wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace berichtet.

Die geringere Stromerzeugung durch Atomkraftwerke wurde im Wesentlichen durch Einsparung und Effizienzsteigerung im Verbrauch sowie zusätzliche Stromproduktion durch Gaskraftwerke ausgeglichen. Insgesamt sparte die japanische Bevölkerung Strom in einer Größenordnung von 13 Atomkraftwerken ein.

Seit 1966 gelang es Japan zum ersten Mal, seinen Jahresspitzenbedarf an Strom im Sommer ohne Atomenergie zu erzeugen. Den höchsten Anteil von Atomstrom im japanischen Strommix gab es im Jahr 1998 mit 36 Prozent, 2010 waren es noch 29 Prozent und 2013 verschwindende 1,6 Prozent. 59 Prozent der Japaner sprechen sich nach einer Umfrage der Tageszeitung „Asahi Shimbun" vom Juli 2014 gegen ein Wiederanfahren der Atomkraftwerke aus.

Seit dem Einspeisegesetz (FIT) im Juli 2012 sind Erneuerbare Energien-Anlagen besonders bei Solar und Wind rapide gewachsen. In den 23 Monaten bis Mai 2014 sind 680.000 neue Anlagen entstanden. Ein Großteil der 10,4 GW dezentraler Kraftwerksleistung sind kleine Photovoltaikanlagen. So werden jeden Monat ca. 23.000 Familien in Japan von Stromverbrauchern zu Stromerzeugern.