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Gaskraftwerk Irsching vor der Stilllegung

Wie die ARD-„Tagesschau“ berichtet, wollen die Betreiber Eon, HSE, Mainova und N-Ergie die Reißleine ziehen. Nach Recherchen des ARD-Hauptstadtstudios wollen die Energieversorger noch im März 2015 beantragen, das Gaskraftwerks Irsching stillzulegen.
Das Gaskraftwerk Irsching wurde erst 2010 in Betrieb genommen. Im vergangenen Jahr aber erzeugte es nicht mal eine Kilowattstunde für den Strommarkt und lieferte lediglich auf Anweisung der Bundesnetzagentur und der Übertragungsnetzbetreiber Strom, um das Netz zu stabilisieren. Da die Betreiber nicht davon ausgehen, dass das Gaskraftwerk Irsching im kommenden Jahr unter den aktuellen Rahmenbedingungen schwarze Zahlen schreibt, soll jetzt die Stilllegung angemeldet werden.
Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU), in dem vor allem Stadtwerke organisiert sind, fordert schon seit einiger Zeit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dazu auf, Voraussetzungen für Anlagen wie das Gaskraftwerk Irsching zu schaffen, die dafür sorgen, dass diese wieder rentabel sind.
„Es ist Energiewende paradox, dass jetzt die saubersten und effizientesten Kraftwerke in Deutschland, die Gaskraftwerke, keinerlei Geld verdienen“, beschwert sich VKU-Verbandschef Hans-Joachim Reck gegenüber der ARD. „Damit hoch effiziente und klimafreundliche Gaskraftwerke wirtschaftlich abgesichert sind, brauchen wir dringend einen Kapazitätsmarkt. Der VKU hat bereits vor über einem Jahr einen entsprechenden Vorschlag gemacht.“
Doch Gabriel sieht für Kapazitätsmärkte aktuell keinen Bedarf, denn diese wären aus seiner Sicht eine zusätzliche Subvention für fossile Kraftwerke, also auch Anlagen wie das Gaskraftwerk Irsching. Im Berlin Wirtschaftsministerium ist man derzeit der Meinung, dass nach einer Marktbereinigung, also Stilllegung verschiedener Kraftwerke wie dem Gaskraftwerk Irsching, die übrigen Kraftwerke rentabel am Markt laufen könnten.
Die bayrische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ist hingegen für Kapazitätsmärkte, um unter anderem das Gaskraftwerk Irsching zu retten. Solche Anlagen garantieren nach Ansicht der Müncher Landesregierung die Energieversorgung Bayerns auch ohne die Verlegung zusätzlicher Stromtrassen.