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Magnetschwebebahn der 2. Generation in der Forschung

04.02.2011 von

MagnetschwebebahnDie Magnetschwebebahn in Deutschland ist nicht unbedingt eine Erfolgsgeschichte. Jahrzehntelang wurde gestestet und geplant, doch ein wirtschaftlicher Erfolg war dem Projekt nie beschieden. Ein fürchterlicher Unfall am 22. September 2006 mit 23 Toten auf der Teststrecke beendete dann das Projekt in Deutschland.

Doch das stimmt so nicht, denn tatsächlich wird weiter entwickelt. Am 8. Februar 2011 nimmt das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW) eine neu Fahrversuchsanlage namens SupraTrans II in Betrieb. Es ist der weltweit erste Rundkurs einer Schwebebahn mit Hochtemperatur-Supraleitern im Trag- und Führsystem.
Seit Jahren ist das IFW Dresden mit der supraleitenden Schwebebahn im Modelleisenbahnformat auf Veranstaltungen, Messen und Konferenzen unterwegs und bringt den Besuchern das physikalische Phänomen der Supraleitung näher: Das supraleitende Material Yttrium-Barium-Kupfer-Oxid leitet unterhalb einer Temperatur von minus 183 °C widerstandslos elektrischen Strom und kann dabei hohe magnetische Felder einfrieren. Die magnetischen Kräfte bewirken nicht nur ein Schweben, sondern sorgen auch für die exakte Führung im gleichbleibenden Abstand über der Schiene und für eine stabile Kurvenlage.

Immer wieder wird dabei die Frage gestellt, ob diese Technologie auch für reale Transportsysteme anwendbar ist. Für Prof. Dr. Ludwig Schultz, den Wissenschaftlichen Direktor des IFW Dresden und Experten auf dem Gebiet der Supraleitung, gibt es darauf nur eine Antwort. Er ist von den Vorteilen des Schwebens auf Supraleitern überzeugt und setzt alles daran, aus dem Spielzeug der Physiker ein funktionierendes Schwebesystem für den Transport von Gütern und Personen zu entwickeln.

Mit der Entwicklung des Demonstrationsmodells SupraTrans gelang es 2004, den prinzipiellen Funktionsnachweis für eine alltagstaugliche Schwebebahn zu erbringen, deren Trag- und Führsystem auf Hochtemperatur-Supraleitern basiert. Es handelte sich um einen Einsitzer, der auf einem geraden Fahrweg von 7 Metern schwebt und wesentliche technische Komponenten eines funktionsfähigen Verkehrssystems wie z.B. Antrieb und Steuerung enthält.

Mit einer Investitionsförderung aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung wurde es 2009 möglich, den nächsten Schritt in Richtung technischer Anwendung dieses Transportsystems anzugehen. Aus Mitteln des Europäischen Konjukturpaketes II stellten der Bund und der Freistaat Sachsen dem IFW Dresden 2,2 Mio. Euro zur Verfügung, um einen 80 Meter langen Rundkurs zu errichten. In anderthalb Jahren Entwicklungs- und Bauzeit konnte die Firma evico Gmbh als Systemlieferant die Fahrversuchsanlage am IFW-Forschungsstandort SupraTrans in Dresden-Niedersedlitz errichten. Sie wird am 8. Februar 2011 im Beisein der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Prof. Sabine von Schorlemer, feierlich in Betrieb genommen.

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