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E-Bike-Testflotte in Stuttgart gestartet


E-Bike-Testflotte (Foto: EnBW)Nahezu lautlos starteten am Sonntag rund 500 Testfahrer auf E-Bikes in Stuttgart einen einjährigen Praxistest. Dass die Fahrzeuge nicht wie andere Mofas knattern, ist nicht ihr einziger Vorteil: Die Elektrobikes kommen auch ohne Abgase aus. Um Elektromobilität zu fördern und besser zugänglich zu machen, testet die Energie Baden-Württemberg (EnBW) im Rahmen des Förderprogramms "Modellregionen Elektromobilität" des Bundesverkehrsministeriums die Elektrofahrräder. Stuttgart hat sich als eine von bundesweit acht Testregionen qualifiziert.
 
Mit ihren dicken Reifen und Stoßdämpfern erinnern die E-Bikes äußerlich an Mountainbikes. Allerdings wiegen sie es mit 45 Kilogramm erheblich mehr und sind mit 4.000 Euro auch relativ kostspielig. "Die Batterie ist 13 Kilogramm schwer und hält zwischen 40 und 60 Kilometer", erklärt EnBW-Sprecherin Johanna Mertins. Aufladen kann man die Batterie entweder zu Hause oder an einer der derzeit 13 öffentlichen Ladestationen in Stuttgart. Bis Jahresende sollen es über 100 werden. Mit einem Zündschlüssel setzt man das E-Bike in Betrieb, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 Kilometer pro Stunde. Ein Autoführerschein reicht aus.
 
Die Elektroflotte der EnBW gilt als die derzeit größte in Deutschland. "Die Topographie in und um Stuttgart ist insofern interessant, als dass hier auf engem Raum große Höhenunterschiede bestehen", sagt Lars Walch, Projektleiter Elektromobilität im Bereich Forschung und Innovation bei der EnBW. Diese für Radfahrer anspruchsvolle Gegend biete ein hohes Potenzial für E-Bikes, da man die Höhenunterschiede ohne Anstrengung bewältigen könne.
 
Der Erfinder des Elektrobikes, Lippert, hält das Fortbewegungsmittel für Strecken bis zehn Kilometer für das ideale Verkehrsmittel. Das EnBW-Forschungsteam will in dem Testjahr herausfinden, wo Ladestationen sinnvoll sind, was sich die Fahrer für ihr E-Bike wünschen und inwiefern sie mit dem Fahrzeug ihre gewohnten Wege zur Arbeit verändern. Informationen darüber geben nicht nur die Datenlogger, die das Aufladen und Fahrverhalten automatisch aufzeichnen. Den Testfahrern wird auch ein Internetportal zur Verfügung gestellt, wo sie ihre Ideen aufschreiben und sich in Blogs über ihre Erfahrungen austauschen können.
 
Bereits Mitte Juni startete der Energiekonzern mit Daimler die Initiative "e-mobility Baden-Württemberg", bei der rund 200 Fahrzeuge
- darunter auch Busse und Kleintransporter - mit batterieelektrischem Antrieb oder Brennstoffzellenantrieb auf den Markt kamen. Die EnBW plant, bis Ende 2011 in Baden-Württemberg 700 Ladepunkte sowie zwei bis drei Wasserstofftankstellen aufzubauen.
 
Der Naturschutzbund Baden-Württemberg (NABU) sieht die Elektromobilität allerdings kritisch. "Elektroautos werden unsere Probleme nicht lösen, denn dass bei ihrem Betrieb keine Schadstoffe ausgestoßen werden, ist eine Milchmädchenrechnung", sagt Sprecher Hannes Huber. "Solange wir den Strom aus der Steckdose benutzen, steckt dahinter oft ein fossiles Kraftwerk oder Atomkraftwerk. Elektroautos machen nur Sinn, wenn man gleichzeitig in Kraftwerke investiert, die Strom auf regenerative Art erzeugen, also mit Sonne, Wasser oder Wind." Die EnBW versorgt ihre öffentlichen Ladestationen derzeit mit Strom aus 100 Prozent Wasserkraft.
(ddp / Sonja Breining)


 

 

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