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Die Technik der Kleinwindanlagen ist nicht immer ausgereift


Stromtipp.de: Angenommen ich hätte einen passenden Standort. Wer sich in Internetforen umhört, bekommt über die Anlagen jedoch viel Negatives zu hören. „Leistung nicht erreicht“ oder „wertlos“ sind keine Einzelmeinungen.


Kühn: Wir haben am IWES in einem langjährigen Forschungsprojekt 1500 Windanlagen über 20 Jahre wissenschaftlich begleitet. Darunter waren auch über 200 Kleinwindanlagen in der Leistungsklasse von 2,5 bis 75 Kilowatt. Wir werteten dabei Erträge, Windangebot, Schäden und vieles andere mehr aus. Betreiber von Kleinwindanlagen hatten dabei vor allem zwei Probleme: der schon erwähnte, ungeeignete Standort, aber auch technische Schäden. Viele der Anlagen sind technisch einfach nicht ausgereift, das stimmt schon. In den meisten Fällen lag der Ertrag unter den Erwartungen. Und je kleiner ein Heim- beziehungsweise Hofwindrad war, desto schlechter waren die Ergebnisse.

Stromtipp.de: Wie kann ein potentieller Kunde Informationen bekommen, ob er gerade vor dem Ergebnis eines Garagenbastlers steht oder einem wertigen Stück Technik? Wo gibt es Testberichte?

Kühn: Das ist sehr schwierig. Vergleichstests gab es nur im Ausland, unabhängig getestete Anlagen fehlen. Auch Zertifikate, die die Leistungsfähigkeit nachweisen könnten, sind meist nicht vorhanden. Eine Zertifizierung ist aufwendig und teuer, dafür fehlt den meist kleinen Herstellern das Geld. Es gibt nach unserem Wissen nur eine Handvoll Anlagen mit Zertifikat. Doch das könnte besser werden: In Großbritannien bekommen nur solche Anlagen die finanzielle Förderung, die ihre Leistungsfähigkeit nach der britischen Norm, dem Small Wind Performance & Safety Standard nachgewiesen haben. Der Markt wird sich konsolidieren.

Stromtipp.de: Was kann man Interessenten noch raten?

Kühn: Kaufen Sie nicht auf Messen, nur weil die Anlage gut aussieht. Fragen Sie nach Referenzanlagen. Schauen Sie, ob der Anbieter bereits länger auf dem Markt ist. Wichtig sind Foren im Internet, da erfährt man viel über die tatsächliche Leistung einer Anlage. Eigeninitiative braucht man schon.

Stromtipp.de: Warum gibt es keine deutschen Vergleichstests?

Kühn: Wir planen schon länger, ein eigenes Testfeld aufzubauen. Doch das ist sehr schwierig, besonders hinsichtlich der Finanzierung. Trotzdem bin ich zuversichtlich: In den USA oder Großbritannien wird noch viel passieren, auch die Internationale Energieagentur IEA plant, ein internationales Gütesiegel für Kleinwindanlagen zu etablieren. Da kommt noch etwas.

Stromtipp.de: Letzte Frage: Besitzen Sie selbst eine Kleinwindanlage?

Kühn: Nein, ich wohne in der Kasseler Innenstadt. Aber wir betreiben eine Kleinwindanlage auf unserem Versuchsfeld in der Nähe von Kassel. Außerdem läuft seit Kurzem auf unserem Institutsdach eine Kleinwindanlage im Testbetrieb, wir wollen damit Erfahrungen sammeln. Das war aufwendig: Bei der Auswahl der Kleinwindanlage sind wir nach dem gleichen Muster wie eben beschrieben vorgegangen. Trotzdem mussten wir noch einen Mast selbst konstruieren sowie einen Architekten und einen Statiker hinzuziehen, um die Sicherheit des Mastes und des Daches zu gewährleisten.
 
 

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